Wir Erzieher...

Wir möchten unsere Rolle als „Erzieher“ nicht als Animateur für die Kinder verstehen, sondern als Begleiter in ihrer Entwicklung. Unsere Planung ist nicht willkürlich, d. h. wir setzen den Kindern keine Be­schäftigungs­pro­gramme vor, sondern unsere Planung orientiert sich an den Kindern und deren Bedürfnisse.

Durch Beobachtungen und Gespräche (Kinderkonferenzen, Tischgespräche, Einzel­gespräche) erfahren wir, was Kinder gerade beschäftigt, was sie interessiert und was sie brauchen. Wir möchten die Lernfreude der Kinder fördern, indem wir auf ihre Inter­essen eingehen und ihnen Zeit lassen, sich mit für die Kinder Wichtigem auseinander zu setzen. Unser Ziel ist kein fertiges „Vorzeigeprodukt“ sondern das Aktivsein, das „selber handeln“ der Kinder. Kinder lernen nicht in künstlichen Situationen, sondern im täglichen Leben. Wir möchten die Individualität der Kinder anerkennen und annehmen und nicht dasgenormte Einheitskind formen, weil jedes Kind mit seiner – ihm eigenen – Persönlichkeit sein Leben verbringen muss. Wichtig ist uns die Stärken von Kindern zu fördern, damit sie selbstbewusst werden. Kinder, die ihre eigenen Stärken kennen, können auch mit ihren Schwächen umgehen und denen anderer.

Offen sein...

Kinder brauchen keine geschlossenen Türen vor die sie blicken, sondern Horizonte, die sie entdecken können. Unsere Einrichtung arbeitet teiloffen, d. h. die Kinder haben ihre festen Kindergartengruppen, denen sie zugehören. Hier finden die Hauptaktivitäten wie Morgenkreis, Geburtstagsfeiern und so weiter statt. Daneben gibt es aber auch Bereiche außerhalb der Gruppen, die für alle Kinder da sind, wie z.B. die Turnhalle, den Snuzelraum zum Zurückziehen, eine Leseecke und eine Bauecke.

Religionspädagogisches Konzept

Als evangelische Einrichtung sind wir ein Ort an dem Kinder religiöse Grund­erfahrungen machen und verstehen lernen und an dem wir Werte und ethische Normen vermitteln. Und wir sind ein Ort der Begegnung von Kindern, Eltern, Großeltern und anderen Menschen. Viele religiöse Themen ergeben sich situations­bezogen aus dem Kinder­garten­alltag. Sie werden kindgerecht aufgegriffen und in den Gruppen oder gruppen­übergreifend erarbeitet. Im letzten Jahr wurde beispielsweise die Fastenzeit intensiv mit den Kindern besprochen und erlebt, das Thema Taufe wurde aus gegebenem Anlass (3 Kinder aus der Einrichtung wurden getauft) aufgegriffen und den Kindern in spielerischer Form nahe gebracht und es wurden Themen wie Teilen, Zeit des Abschieds usw. erarbeitet. Die kirchlichen Feste werden mit den Kindern vor­be­reitet und ge­staltet. Seit einigen Jahren beispiels­weise gestalten wir den Heilig­abend­gottesdienst mit einem Krippenspiel oder Musical. Ebenso werden Gemeindefeste von uns gestaltet und organisiert. Auch gibt es bei uns wiederkehrende Rituale wie das Segenslied „Sei behütet“, dass alle Kinder kennen und das immer wieder zu verschiedenen Gelegenheiten gesungen wird. Alle Kinder kennen das „Vater Unser“ in Gebärdensprache, bei Festen und Feiern wird dies wiederkehrend von den Kindern vorgetragen. Als regelmäßiges Angebot findet einmal im Monat ein Kinder­bibel­nach­mittag statt. Themen sind beispielsweise kindgerechte biblische Geschichten oder jahreszeitlich bedingte Anlässe wie St. Martin.

Bewegung ist wichtig

Bewegung heißt Entwicklung, sich bewegen bedeutet voran kommen. Kinder brauchen Bewegung um all ihre Sinne auszuprobieren und entwickeln zu können, über Bewegung erfahren sie die Welt und sich selbst. Über Bewegung vermittelt sich die Beziehung zwischen Körper und Intellekt. Kinder an ihrem natürlichen Bewegungsdrang zu hindern bedeutet, sie langfristig an ihren körperlichen, geistigen und emotionalen Entwicklungsmöglichkeiten zu hindern. Darum legen wir viel Wert darauf, Kindern viele Bewegungsmöglichkeiten und -anreize zu bieten. Jedes Kind hat einmal pro Woche turnen in einer kleinen Gruppe, es gibt die Möglichkeit an einer Tanz-, Jonglier- und an einer Fußball- AG teilzunehmen.

Ohne Sprache keine Bildung

Mit Hilfe der Sprache erobert das Kind die Welt. Durch Sprache und das Verstehen von Sprache kann es seine Welt begreifen und sich Wissen aneignen. Sprache ermöglicht den Kontakt zu anderen. Sprache ist ein Mittel zum Ausdruck von Gefühlen, der eigenen Meinung, Konflikten, von Fantasie und Kreativität und zum Fragen und Antworten. Und Sprache ermöglicht zu erzählen und zu verstehen und zu denken.
Sprache aber ist auch das Verstehen von nicht Gesagtem und das Bilden einer inneren Sprache.
In unserer Einrichtung fördern wir Sprache in allen möglichen Formen, die Kindern Spaß machen und kein stupides Üben sind:
Bilderbücher betrachten, Geschichten erzählen und darüber sprechen, Kinder- Konferenzen, Reime, Gedichte, Lieder, Rollenspiele, Bilder (Dinge) betrachten und vor allem immer mit den Kindern im Gespräch bleiben.
Kinder, die die deutsche Sprache nicht so gut beherrschen, werden in Kleingruppen gefördert, auch dies geschieht in spielerischer Form. Mit den zukünftigen Schulkindern arbeiten wir nach einem sogenannten
„Würzburger Trainingsprogramm zur Förderung der Sprachkompetenz“

Dies Programm hat die Absicht, das Lesen/Schreibenlernen zu erleichtern. Es bedeutet nicht, dass wir mit den Kindern Lesen und Schreiben lernen, sondern es sollen die Sinne, die dafür nötig sind (Hören, Wahrnehmen, Rhythmik und Sprache) gefördert werden.

Wie bereiten wir Kinder auf die Schule vor?

„Man kann nicht gebildet werden,bilden muss man sich selber“

Die Entwicklung des Denkens, des Intellekts, ist abhängig von der Entwicklung der Sinne, der Wahrnehmung, des Körperempfindens, der Gefühle und der Fantasie. Wie also könnten wir Kinder besser auf die Schule und das Leben vorbereiten, als ihnen auf vielfältige Weise die Möglichkeit zu geben, ihre Sinne zu entwickeln und zu schulen und sich selber wahrzunehmen und auszuprobieren. Wir möchten den Kindern möglichst viele eigenständige Erfahrungen bieten, um selbstständiges Denken zu fördern. Denn auf Dauer erfolgreich in der Schule und im Leben werden die Kinder sein, die nicht nur vorgefertigtes Wissen wiedergeben können, sondern die, die sich selbstständig jedes Wissen aneignen können und flexibel mit immer wieder neuen Situationen umgehen können. Die Vorbereitung der Kinder auf die Schule fängt für uns nicht erst im letzten Kindergartenjahr statt, sondern von dem Punkt an, wo das Kind zu uns in die Einrichtung kommt. Trotzdem sind die Kinder stolz im letzten Kindergartenjahr die „Vorschulkinder“ zu sein. Durch besondere Aktivitäten wie Ausflüge und Besichtigungen heben wir das letzte Kindergartenjahr hervor. Im letzten Jahr machen wir mit den Kindern das „Würzburger Sprachförderprogramm“. Ein Programm, das kein Vorschulprogramm im herkömmlichen Sinn ist, sondern die Wahrnehmung und die Sinne fördert.

Über die Fantasie

„Fantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt“ (Albert Einstein)

Die menschliche Fantasie setzt sich aus realer Erfahrung, Irrationalem und Imaginären zusammen und steht dem Rationalen, dem Sachlichen, gegenüber. Beides sind Seiten der Wirklichkeit.
Aber ohne Fantasie und der aus ihr wachsenden Vorstellungen sind Kunst, Musik, Wissenschaften, Religion und sogar Politik nicht denkbar. Philosophen, Künstler, Forscher, Weltenlenker waren Fantasten. Fantasie ist der Antrieb für kulturelle, gesellschaftliche und soziale Veränderungen. Fantasie kann alle Dimensionen menschlichen Seins überschreiten, ohne sie bleibt das menschliche Leben begrenzt, nur sie erschließt Unendlichkeit. Fantasie ist eine auf das Leben ausgerichtete Kreativität und sie gibt dem Leben eine lebendige Kraft.
Kinder wachsen heute in einer materialistischen Welt auf, in der Fantasie wenig gilt. Vorherrschend sind Technikdenken und Konsum. Die Technik in all ihren Formen und das sinnliche Denken aber sollten sich ergänzen. Die Vernachlässigung der Fantasie, der sinnlichen Welt, führt zu seelischer Verarmung, der Reichtum der eigenen inneren Welt bleibt verschlossen. Die Ent-Sinnlichung unserer technik- und konsumorientierten Welt macht auch vor Kindern nicht halt. Kinder werden durch elektronische Medien mit Außenbildern und Reizen überfüttert. Diese Überfütterung macht Kinder träge, träge im Denken und im Handeln.

Besonders wichtig ist also, der Fantasie der Kinder genügend Raum zu geben und sie zu fördern. So gibt es bei uns keine Schablonenarbeiten, sondern statt dessen Arbeiten, die Kinder selber ausgestalten können. Wir bieten den Kindern viele gestalterische Möglichkeiten an, verschiedene Maltechniken, gestalterische Techniken wie Kleistern von Figuren oder Arbeiten mit Ton. Wir erzählen und lesen so oft wie möglich Geschichten vor, vermeiden aber vorgefertigte Medien wie Kassetten, CDs oder Videos mit trötenden Elefanten oder kreischenden Hexen.
Zu den kreativen Angeboten zählen auch Tanzen sowie das Einstudieren von kleinen Theaterstücken oder Musicals zu besonderen Festen.

Ohne Natur geht es nicht

Die Kinder haben fast jederzeit die Möglichkeit draußen zu spielen. Eine Matschanlage lädt zum Spielen mit Wasser ein. Es gibt Weidenhütten und geheime Ecken zum Verstecken, Kletterbäume, eine große Wiese, Sträucher. Büsche und Apfelbäume. In einem Hochbeet pflanzen wir Gemüse, Kräuter und Blumen an. Um den Kindern auch den Umgang mit Tieren nahe zu bringen, haben wir Meerschweinchen und Kaninchen, die von den Kindern mit versorgt werden. Des öfteren besuchen die einzelnen Gruppen auch den Forstwald, gehen zum Erdbeerfeld ernten, besichtigen Obstplantagen und so fort. Um den Kindern Umweltbewusstsein nahe zu bringen, legen wir Wert auf Abfalltrennung und vermitteln dies auch den Kindern.

 

Bilder

ki-00060.jpg
judo2014-0.jpg
AKKI_2016_0017.JPG